Giftige Tiere auf Lanzarote: Wen Sie auf der Vulkaninsel fürchten müssen – und wen nicht

Wer Lanzarote hört, denkt an schwarze Strände, Lavafelder, César Manrique und 365 Tage Wind. Was kaum jemand auf dem Zettel hat: Die Insel hat auch ein paar tierische Bewohner, die theoretisch giftig sind – praktisch aber meistens eher schlechte PR haben als tatsächliches Gefahrenpotenzial. Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn wie überall, wo das Klima warm und trocken ist, fühlt sich die eine oder andere Spinne ausgesprochen wohl. Und im Meer warten ebenfalls ein paar Kandidaten, mit denen man lieber keinen Hautkontakt möchte.
Atmen Sie trotzdem durch: Lanzarote ist kein australischer Hinterhof. Doch wer entspannt bleiben will, sollte wissen, wer da eigentlich kreucht und fleucht.
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Die Mediterrane Braune Einsiedlerspinne: Der Undercover-Agent der Kanaren
Wenn eine Spinne einen PR-Berater hätte, würde dieser vermutlich die Bezeichnung „Schurke des Jahres“ wählen. Die Mediterrane Braune Einsiedlerspinne (Loxosceles rufescens) ist nämlich eine der wenigen Spinnen Europas, deren Biss medizinische Aufmerksamkeit verdient.
Wie sieht sie aus?
Die schlechte Nachricht: Sie sieht unscheinbar aus. Etwa 7–10 Millimeter Körperlänge, sand- bis hellbraun, manchmal mit etwas dunklerem Violinmuster auf dem Rücken. Die gute Nachricht: Gerade weil sie so unscheinbar ist, wird sie selten bemerkt – und vermutlich auch kaum jemand gebissen.
Ein wichtiges Erkennungsmerkmal (für die Mutigen mit Taschenlampe): Sie hat sechs Augen, nicht acht wie die meisten Spinnen.
Wo hält sie sich auf?
Wie ihr Name verrät, liebt sie Einsamkeit – und Dunkelheit. Kartons, Abstellkammern, trockene Mauerritzen, Holzstapel, Geräte- und Lagerräume. Auf Lanzarote findet man sie eher in älteren Häusern oder unter Felsen. Die Chancen, sie in Ihrem Hotelzimmer zu entdecken, liegen ungefähr so hoch wie für ein Regentag im August.
Was tun im Falle eines Bisses?
Erst einmal: keine Panik. Die Einsiedlerspinne ist nicht aggressiv und beißt meist nur, wenn man sie versehentlich bedrängt. Ihr Gift kann allerdings hautschädigend wirken. Wenn Sie den Verdacht haben, gebissen worden zu sein:
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Reinigen Sie die Stelle gründlich.
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Kühlen Sie die Region, um Schwellung zu reduzieren.
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Suchen Sie ärztliche Hilfe, besonders wenn sich die Haut stark rötet oder sich Blasen bilden.
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Nicht kratzen, nicht „ausdrücken“, nicht mit Hausmitteln experimentieren.
Wie groß ist die Gefahr?
Der Biss kann unangenehm sein, aber schwere Fälle sind extrem selten. Lanzarote ist nicht dafür bekannt, dass Besucher massenhaft mit Nekrosen aus dem Urlaub zurückkehren. In den allermeisten Fällen bleibt es bei lokalen Reizungen. Es lohnt also nicht, aus Angst vor Spinnen das Fenster mit Handtüchern abzudichten.

Europäische Schwarze Witwe: Die Diva unter den Giftspinnen
Wenn es einen Superstar unter den giftigen Tieren gibt, dann ist es Latrodectus tredecimguttatus – die Europäische Schwarze Witwe. Der Name allein reicht, um manche Touristen spontan wanderschuhtauglich zu machen.
Wie sieht sie aus?
Schwarz, glänzend und mit roten Punkten oder Streifen auf dem Rücken. Der Körper wirkt fast globusförmig und kann bis zu 1,5 Zentimeter groß werden. Ein Tier, das weiß, wie man einen Auftritt hinlegt.
Wo hält sie sich auf?
Sie liebt warme, trockene Gegenden und hält sich bevorzugt am Boden auf: in niedrigen Büschen, unter Steinen, zwischen Geröll, am Rand von landwirtschaftlichen Flächen. Auf Lanzarote ist sie nicht häufig, aber es gibt vereinzelte Funde.
Was tun bei einem Biss?
Ihr Gift ist tatsächlich potenter als das der meisten europäischen Spinnen. Die Folgen können starke Schmerzen, Schweißausbrüche, Krämpfe oder Kreislaufprobleme sein. Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine Schwarze Witwe zugebissen hat:
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Sofort medizinische Hilfe aufsuchen.
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Kühlen und ruhig bleiben, damit sich das Gift nicht schneller verteilt.
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Foto machen, falls möglich – ein Bild der Spinne hilft bei der Diagnose.
Wie groß ist die Gefahr?
Realistisch betrachtet: sehr gering. Die Schwarze Witwe ist scheu und meidet Kontakt. Bisse sind auf den Kanaren extrem selten. Aber ja, sie gehört zu den giftigeren Vertretern auf der Insel. Trotzdem: Lanzarote ist voll mit Touristen, die sich Jahrzehnte lang am Strand räkeln, ohne je eine Witwe gesehen zu haben.
Die Falsche Schwarze Witwe: Das Internet-Phantom
Die Steatoda nobilis, im Volksmund „Falsche Schwarze Witwe“, ist der Star vieler überdramatisierter Schlagzeilen. In Wirklichkeit ist sie weit weniger gefährlich als ihr Ruf – und auf Lanzarote gelegentlich anzutreffen.
Wie sieht sie aus?
Auf den ersten Blick wie eine kleinere, etwas weniger glamouröse Version der echten Witwe: dunkelbraun bis schwarz, manchmal rötlicher Hinterleib, aber ohne die typischen roten Markierungen. Körpergröße 1–1,4 Zentimeter.
Wo hält sie sich auf?
Sie mag ruhige Ecken: Mauern, Dachvorsprünge, Steinhaufen, Terrassen und Gartenbereiche. Also dort, wo man ohnehin selten mit der Hand hineingreift – oder hineingreifen sollte.
Was tun bei einem Biss?
In den meisten Fällen ähnelt ein Biss eher einem Bienenstich: lokale Rötung, leichte Schwellung, gelegentlich etwas Schmerz. Maßnahmen:
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Kühlen
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Reinigen
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Beobachten, ob die Stelle sich ungewöhnlich entwickelt
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Bei stärkeren Symptomen: Arztbesuch, aber keine Panik.
Wie groß ist die Gefahr?
Gering. Die Falsche Schwarze Witwe wird völlig überschätzt. Sie ist defensiv und beißt nur selten. Ein Biss kann unangenehm sein, aber ernsthafte Komplikationen sind eine Rarität.

Giftige Meeresbewohner: Die unsichtbare Fraktion an der Küste
Im Meer sieht die Lage anders aus. Dort gibt es keine Spinnen – aber durchaus Tiere, die man lieber nicht barfuß tritt oder streichelt.
Petermännchen (Weeverfish)
Der Name klingt harmlos, das Tier weniger: Das Petermännchen vergräbt sich im Sand, meist knapp unterhalb der Wasserlinie. Auf seinem Rücken sitzen giftige Stacheln. Tritt man darauf, folgt ein Schmerz, der einem Urlaubserinnerungen für die Ewigkeit bescheren kann.
Was tun: Stachel entfernen, heißes Wasser (so heiß wie erträglich), ärztliche Hilfe, wenn Beschwerden stark sind.
Feuerquallen
Sie driften gelegentlich an die Strände, besonders nach windigen Tagen. Die Nesseln können schmerzhaft brennen, rote Striemen verursachen und den Strandtag spontan beenden.
Was tun: Mit Meerwasser abspülen, keinesfalls Süßwasser, Quallenreste vorsichtig entfernen, lokal kühlen, bei starken Reaktionen zum Arzt.

Seeigel
Nicht giftig im klassischen Sinn, aber ihre Stacheln sind unangenehm und brechen leicht ab. Immerhin: Wer auf Lanzarote badet, steht oft über Lavafelsplatten – also Augen auf beim Hineingehen.
Was tun: Stachel entfernen, desinfizieren, bei tief sitzenden Teilen lieber medizinische Hilfe.
Wie gefährlich ist Lanzarote wirklich?
Kurzversion: nicht sehr.
Langversion: Lanzarote hat giftige Tiere – aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie ihnen begegnen, ist geringer als die Chance, dass Sie am Flughafen Ihr Mietwagenbüro nicht finden.
Keines der Tiere auf der Insel gehört in die Kategorie „lebensbedrohlich bei normalem Kontakt“. Die meisten sind scheu, meiden Menschen und können Ihnen nur dann gefährlich werden, wenn Sie unbedacht in dunkle Spalten greifen oder am Meer blindlings auftreten.
Mit anderen Worten: Wenn Sie die üblichen Vorsichtsmaßnahmen einhalten – Schuhe ausschütteln, Hände nicht in Geröll stecken, am Meer auf den Boden schauen –, reduziert sich das Risiko auf beinahe Null.
Giftige Tiere auf Lanzarote: Mit Wissen reist es sich entspannter
Sie müssen auf Lanzarote keine Angst vor der Tierwelt haben – aber ein bisschen Kenntnis schadet nie. Die Insel bietet Sonne, Wind, Lava-Landschaften und eine überschaubare Anzahl an potenziell unangenehmen Begegnungen. Mit realistischem Blick und einfachen Vorsichtsmaßnahmen bleibt es beim „potenziell“.
Und seien wir ehrlich: Die größte Gefahr auf Lanzarote ist und bleibt der Sonnenbrand nach dem ersten euphorischen Strandtag. Alles andere ist Nebensaison.